Weitere Argumente für oder gegen die Bebauungs-
planung?

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Hier finden Sie die wichtigsten
Argumente der Befürworter und Gegner der Bebauungsplanung.
Wir würden uns freuen, wenn wir die Liste durch weitere Argumente und Begründungen von Seiten der Besucher dieser Seite bis zur nächsten Entscheidung des Gemeinderates vervollständigen könnten. 


Argumente der Befürworter der Bebauungsplanung


Der Investor, der den Bauantrag gestellt hat, zahlt Gewerbe- und andere Steuern          

Da der Investor entsprechend seiner Rechtsform nicht gewerbesteuerpflichtig ist, trifft die Aussage so nicht zu. Andere Steuereinnahmen sind eher unbedeutend oder würden der Gemeinde ebenfalls zufließen, wenn die Betriebsansiedlung an einem anderen Standort, der in der Gemeinde verfügbar ist, erfolgen würde. Einkommensteuer fällt der Gemeinde im übrigen nur im Promille-Bereich zu, sofern die Steuerpflichtigen ihren Hauptwohnsitz in Osann-Monzel haben.

Der Investor verdreifacht die Zahl seiner Mitarbeiter                                                    

Der Investor hat bisher keine fundierten Unterlagen vorgelegt, die die Aussage, die Mitarbeiterzahl in einem überschaubaren Zeitraum verdreifachen zu können, qualifiziert untermauern. Das Unternehmen ist in den Bereichen Weinanalysen und Beratung tätig. Diese Märkte sind gut besetzt. Insofern können Arbeitsplätze nur durch Wettbewerbsverdrängung geschaffen werden. Konkret würde das bedeuten, daß Weinlabore (überwiegend kleinere Familienbetriebe) schließen müssten, damit Arbeitsplätze in diesem Sektor bei dem Investor geschaffen werden könnten.
Was die Aktivitäten des Investors in der Qualitätsberatung für Discounter angeht, so muß darauf verwiesen werden, dass er über die Qualitätsberatung und Zertifizierung von Billigweinen, hier zu einem beachtlichen Teil aus dem Ausland, direkte Verkaufsförderung zu Lasten des deutschen Weinbaus und seiner Zulieferbetriebe betreibt. Die Frage stellt sich, wie viele Arbeitsplätze durch die Vernichtung weiterer attraktiver Weinbergsflächen und der Förderung des Absatzes von Billigweinen insbesondere aus dem Ausland, vernichtet werden. Es ist zu befürchten, dass in der Summe mehr Arbeitsplätze in der Region verloren gehen, als vom Investor geschaffen werden.

Der Investor investiert zwei bis drei Millionen Euro                                                     

Von der Investition als solches hat die Gemeinde wenig. Zudem wären mögliche positive Effekte die gleichen, unabhängig davon, ob auf einem landschaftlich zu schützenden Gelände wie am Brauneberg oder auf den verfügbaren Gewerbeflächen investiert wird. Im übrigen dürfte die Natur nicht nur solange als schützenswert gelten bis der Kaufpreis stimmt.

Der Investor benötigt für die Erweiterung seiner Geschäftsaktivitäten ein Weinbauumfeld 

Aus der Sicht der Einwohner einer Gemeinde, die vom Weinbau und dem Fremdenverkehr lebt, richtet sich diese Anforderung gegen die Interessen von Osann-Monzel, der Winzer an der Mosel und letztendlich gegen die Interessen des deutschen Weinbaus. 



Argumente, Bedenken und Fragen  der Gegner der Bebauungsplanung



Das Verkehrsaufkommen im Noviander Weg, überwiegend ohne Bürgersteige und           Wendemöglichkeiten wird erheblich zunehmen. Der Verkehr wird im Laufe eines Tages häufiger zum Erliegen kommen und das Unfallrisiko steigen. Für Rettungsfahrzeuge        kann es problematisch werden, im Bedarfsfall an den Einsatzort zu gelangen.              

Stellungnahme: Bei dem Noviander Weg handelt es sich um eine ehemalige Kreisstraße. Sie ist heute als Durchgangsstraße klassifiziert und für ein Verkehrsaufkommen von 150 Fahrzeugen pro Stunde ausgelegt.

Einspruch: 
Straßen wie der Noviander Weg werden üblicherweise als Anliegersackgassen oder Spielstraßen eingestuft.  Eine falsche Straßenklassifizierung darf nicht als Argument für die Genehmigung eines Bebauungsplanes herangezogen werden.
 
Die Gemeinde hat die Möglichkeit dem Investor ein Grundstück zu vermitteln, das sich     besser für eine Gewerbeansiedlung eignet, das einen weniger schweren Eingriff in die     Landschaft und die Lebensqualität der Einwohner mit sich bringt. Wurden, wie im BauG   vorgeschrieben, Alternativen geprüft?                                                                       

Stellungnahme: Die Gemeinde kann kein Grundstück anbieten, das den Anforderungen des Investors gerecht wird. Alternativen wurden geprüft.

Die Gemeinde sollte keine Projekte unterstützen, die die Attraktivität des Ortes für        Einwohner und Urlauber nachhaltig mindert.                                                             

Hierzu ist am 31.08.08 im TV ein Artikel erschienen, der die Argumentation der Gegner unterstreicht. Zitat: Die gute Nachricht - Touristen kommen in Scharen: Die rheinland-pfälzischen Tourismusbetriebe liegen auf Rekordkurs: "Erstmals wurde die Marke von neun Millionen Übernachtungen bereits im ersten Halbjahr übersprungen", berichtete gestern Jörg Berres, Präsident des Statistischen Landesamtes. Auch die Gästezahl war mit 3,4 Millionen so hoch wie noch nie zur "Halbzeit"; sie buchten insgesamt mehr als 9,1 Millionen Übernachtungen. Das höchste Übernachtungsplus erzielte dabei die Region Mosel/Saar (plus 8,7 Prozent Übernachtungen)....

Es geht wieder aufwärts im Tourismus und in der Gastronomie. Dieser Trend wird anhalten, da auf Grund der Preisentwicklung wieder mehr Deutsche ihren Urlaub in Deutschland verbringen werden.

Stellungnahme: Die geplante Bebauung paßt sich in die Landschaft ein und beschädigt nicht das moseltypische Landschaftsbild!?

An diesen Blick vom Brauneberg wird man sich gewöhnen müssen, wenn die Befürworter der Bebauungsplanung sich durchsetzen. Die Photomontage wurde in einer Phase erstellt, als nur wenige Informationen zu dem Bebauungsplan vorlagen. Bei den beiden zur Mosel hin dargestellten Gebäude handelt es sich um Einfamilienhäuser. Sie werden wahrscheinlich mit Giebel- oder Satteldächern versehen und dementsprechend nicht so monströs aussehen wie das rechte Gebäude. 

Mit seinen Baumaßen und dem Flachdach sieht das geplante Betriebsgebäude aus wie "Klein-Morbach" und kann wohl kaum als harmonisch in die Landschaft eingepaßt bezeichnet werden.